2 In diesem Kontext wird alles zur Maschine, was sich als
motivationslos und seine Bestimmung nicht in sich findend darstellt.
retour
3 Der Vetter charakterisiert die Normalität einer solchen Nähe
auf seine Art: "'Die [Vorhänge Anm.]finden Sie gleich unten bei der
schönen Esther', rief der Vetter, 'da können Sie ihre Bekanntschaft
viel näher machen, als durch die Fensterscheiben'. S.225.retour
4 Barkhoff setzt die Tathemmung des Majoratsherren mit seiner
somnambulen Krankheit in Verbindung:"Da er ein somnambuler Kranker
ist, gehört die Passivität zu seiner Konstitution." A.a.O. S.185 -
Fußnote 48. Die Erklärung ist vor allem gegen die Wernersche
Moralisierung plausibel. Der Erklärungswert läßt sich aber auch an der
Verknüpfbarkeit mit anderen Phänomenen ermitteln. So erscheint die
Passivität hier als Bedeutung der Grenze zum ethischen Bereich [Die
Entscheidungsnotwendigkeit wird an mehreren Stellen ganz explizit zur
Charakterbeschreibung des Majoratsherren eingesetzt, und Esther selbst
verdammt ihn ob seiner Unentschlossenheit.] (vgl. a. die Anmerkungen
zur Gattung) umfassender, i.e. deshalb vermag Somnambulismus überhaupt
erst Eingang zu finden. Barkhoff, Jürgen, Magnetische Fiktionen. Literarisierung des
Mesmerismus in der Romantik. Stuttgart 1995 retour
5 Ich verweigere hier bewußt eine Lektüre auf die sehr
zweifelhafte "Poetik der "höheren Welt" ["(...)und es schien überall
durch den Bau dieser Welt eine höhere, welche den Sinnen nur in der
Phantasie, die zwischen beiden Welten als Vermittlerin steht, und
immer neu den toten Stoff der Umhüllung zu lebender Gestaltung
vergeistigt, indem sie das Höhere verkörpert."vgl.S. 246]. Henel
(a.a.O.S.75) und ihm folgend Barkhoff stellen auf den poetologischen
Charakter dieser Stelle ab, doch als stärkstes Argument gegen eine
Fokussierung auf das "Glaubensbekenntnis" bietet sich an, daß man
seiner nicht bedarf, verzichtet man auf den Schmetterlingsfang
(Barkhoff nimmt diese Lektüre auch indirekt am Ende des Arnimkapitels
wieder zurück.).retour
6 Im Sinne einer prinzipiellen kommunikativen Klippe, die eben
in der literarischen Thematisierung des Mesmerismus als Begrenzung
oder in der Utopie als umschiffbar dargestellt wird:
""Bevor ich versuche, dieses Problem anzugehen, will ich darauf
hinweisen, daß die Individualität menschlicher Erfahrung und damit die
prinzipielle Unterschiedenheit der Erfahrungsinhalte von Individuum zu
Individuum mit der Erläuterung zur Zweigeteiltheit aller Erfahrung
eigentlich schon erledigt ist. Werden zwischen Menschen Gleichheit von
Erfahrungsinhalten angenommen, so ist sie vermittelt, erarbeitet,
geglaubt oder konstituiert, wie es Menschen eben möglich ist. Die
Behauptung aber, jede Erfahrung sei individuell in diesem Sinne gehört
zu den ersten Beschreibungselementen, auf denen Kommunikationstheorie
aufbaut." -Gerold Ungeheuer, a.a.O.(s.u.) S.308.retour
7 Gerold Ungeheuer, Kommunikationstheoretische Schriften 1:
Sprechen, Mitteilen, Verstehen. (Hg. v. J.G.Juchem) Aachen 1987. (V.a.
"Vor-Urteile über Sprechen, Mitteilen, Verstehen S.290-338)-Vgl.a.
Lenke/Lutz/ Sprenger, Grundlagen sprachlicher Kommunikation. München
1995.retour
8 Natürlich stehen hierzu - mildernd - Mittel zur
Verständnisabsicherung zur Verfügung (Paraphrasen), doch bleibt die
grundlegende Dichotomie unhintergehbar. ("Werden zwischen Menschen
Gleichheit von Erfahrungsinhalten angenommen, so ist sie vermittelt,
erarbeitet, geglaubt oder konstituiert, wie es Menschen eben möglich
ist. Die Behauptung aber, jede Erfahrung sei individuell in diesem
Sinne, gehört zu den ersten Beschreibungselementen, auf denen
Kommunikationstheorie aufbaut." Ungeheuer, a.a.O. S.308)retour
9 Und das ist die Brücke, die die so nahe beinanderliegenden
Wohnungen Esthers und des Majoratsherren zu verbinden vermag.retour