Fußnoten

1 "Hab ich nicht manches gelernt, was mir einen Unterhalt verschaffen kann? Ich spiele mehrere Instrumente, so fertig, wie irgend einer; ich male, ich kann in mancher Sprache Unterricht geben." -a.a.O. S.236 retour

2 In diesem Kontext wird alles zur Maschine, was sich als motivationslos und seine Bestimmung nicht in sich findend darstellt. retour

3 Der Vetter charakterisiert die Normalität einer solchen Nähe auf seine Art: "'Die [Vorhänge Anm.]finden Sie gleich unten bei der schönen Esther', rief der Vetter, 'da können Sie ihre Bekanntschaft viel näher machen, als durch die Fensterscheiben'. S.225.retour

4 Barkhoff setzt die Tathemmung des Majoratsherren mit seiner somnambulen Krankheit in Verbindung:"Da er ein somnambuler Kranker ist, gehört die Passivität zu seiner Konstitution." A.a.O. S.185 - Fußnote 48. Die Erklärung ist vor allem gegen die Wernersche Moralisierung plausibel. Der Erklärungswert läßt sich aber auch an der Verknüpfbarkeit mit anderen Phänomenen ermitteln. So erscheint die Passivität hier als Bedeutung der Grenze zum ethischen Bereich [Die Entscheidungsnotwendigkeit wird an mehreren Stellen ganz explizit zur Charakterbeschreibung des Majoratsherren eingesetzt, und Esther selbst verdammt ihn ob seiner Unentschlossenheit.] (vgl. a. die Anmerkungen zur Gattung) umfassender, i.e. deshalb vermag Somnambulismus überhaupt erst Eingang zu finden. Barkhoff, Jürgen, Magnetische Fiktionen. Literarisierung des Mesmerismus in der Romantik. Stuttgart 1995 retour

5 Ich verweigere hier bewußt eine Lektüre auf die sehr zweifelhafte "Poetik der "höheren Welt" ["(...)und es schien überall durch den Bau dieser Welt eine höhere, welche den Sinnen nur in der Phantasie, die zwischen beiden Welten als Vermittlerin steht, und immer neu den toten Stoff der Umhüllung zu lebender Gestaltung vergeistigt, indem sie das Höhere verkörpert."vgl.S. 246]. Henel (a.a.O.S.75) und ihm folgend Barkhoff stellen auf den poetologischen Charakter dieser Stelle ab, doch als stärkstes Argument gegen eine Fokussierung auf das "Glaubensbekenntnis" bietet sich an, daß man seiner nicht bedarf, verzichtet man auf den Schmetterlingsfang (Barkhoff nimmt diese Lektüre auch indirekt am Ende des Arnimkapitels wieder zurück.).retour

6 Im Sinne einer prinzipiellen kommunikativen Klippe, die eben in der literarischen Thematisierung des Mesmerismus als Begrenzung oder in der Utopie als umschiffbar dargestellt wird: ""Bevor ich versuche, dieses Problem anzugehen, will ich darauf hinweisen, daß die Individualität menschlicher Erfahrung und damit die prinzipielle Unterschiedenheit der Erfahrungsinhalte von Individuum zu Individuum mit der Erläuterung zur Zweigeteiltheit aller Erfahrung eigentlich schon erledigt ist. Werden zwischen Menschen Gleichheit von Erfahrungsinhalten angenommen, so ist sie vermittelt, erarbeitet, geglaubt oder konstituiert, wie es Menschen eben möglich ist. Die Behauptung aber, jede Erfahrung sei individuell in diesem Sinne gehört zu den ersten Beschreibungselementen, auf denen Kommunikationstheorie aufbaut." -Gerold Ungeheuer, a.a.O.(s.u.) S.308.retour

7 Gerold Ungeheuer, Kommunikationstheoretische Schriften 1: Sprechen, Mitteilen, Verstehen. (Hg. v. J.G.Juchem) Aachen 1987. (V.a. "Vor-Urteile über Sprechen, Mitteilen, Verstehen S.290-338)-Vgl.a. Lenke/Lutz/ Sprenger, Grundlagen sprachlicher Kommunikation. München 1995.retour

8 Natürlich stehen hierzu - mildernd - Mittel zur Verständnisabsicherung zur Verfügung (Paraphrasen), doch bleibt die grundlegende Dichotomie unhintergehbar. ("Werden zwischen Menschen Gleichheit von Erfahrungsinhalten angenommen, so ist sie vermittelt, erarbeitet, geglaubt oder konstituiert, wie es Menschen eben möglich ist. Die Behauptung aber, jede Erfahrung sei individuell in diesem Sinne, gehört zu den ersten Beschreibungselementen, auf denen Kommunikationstheorie aufbaut." Ungeheuer, a.a.O. S.308)retour


9 Und das ist die Brücke, die die so nahe beinanderliegenden Wohnungen Esthers und des Majoratsherren zu verbinden vermag.retour