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Echo und andere Waldbewohner

EchoDamals war Echo noch Leib, nicht Stimme nur, doch ihrer Sprache
Hatte nur den Gebrauch die Geschwätzige, den sie noch jetzt hat,
Daß sie von vielen Worten die letzten nur kann wiederholen.
Dies hatte Juno gewirkt, weil Echo einst, als die Göttin
Hätte die Nymphen können ertappen, die oftmals mit ihrem
Juppiter lagen am Berg, sie mit Absicht schwatzend zurückhielt,
Bis die Nymphen geflohen. Als Juno es endlich bemerkte,
Sprach sie: "`Der Zunge, durch die ich gefoppt, sollst du wenig nur mächtig
Bleiben, behalten nur zu kürzester Nutzung die Sprache."'



Naheliegend doch immer wieder überraschend ist, wie wenig man braucht, um Text auf einen Bildschirm zu produzieren (nein, nein, ich meine nicht den fluoreszierenden Marker). Der einfachste und auch ein sehr überzeugender Weg ist, sich auf mythologische Weise das wiederzuholen (zu wiederholen), was man hineinruft[*]:

text@seitung.net~> echo "Wie man in den Wald hinein ruft,  
so schallt es heraus."
Was erstaunlicherweise ergibt:
Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.
text@seitung.net~>

Das Ergebnis kann man nun - mythologisch kohärent - in seiner Flüchtigkeit belassen oder es aber auch für die Nachwelt oder sein eigenes Nachleben aufbewahren:

text@seitung.net~> echo "Wie man in den Wald hinein ruft, 
so schallt es heraus." > romananfänge1.txt 
text@seitung.net~>

Worauf es jetzt immer wieder aus dem Wald schallen kann, ohne dass man es zuvor hinein gerufen hat:

text@seitung.net~> cat romananfänge1.txt 
Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.
text@seitung.net~>

Ob das nun ein Fortschritt ist, das sei dahin gestellt und hier auch nicht erörtert.

Auf alle Fälle wurde hier ein Textdokument produziert, was ja schon aus der von uns gewählten Endung hervorgeht.

Nun soll das Dokument (Es gibt Dokumente und Dokumente: Solche, die einem vorgaukeln, jedesmal wenn man etwas abspeichert, habe man etwas Bedeutsames vollbracht, aber auch solche, die schlicht aufzeichnen, wie man wieder seine Zeit verschissen hat.) auch auf ein dauerhafteres Medium als eine Diskette gespeichert werden. Hier bietet sich ein Ausdruck auf Papier an:

text@seitung.net~> a2ps romananfänge1.txt

Dann setzt bei mir ein massives Rattern ein (bei Ihnen vielleicht ein kaum vernehmbares Summen - aber Sie können Ihren Drucker dann auch nicht als Wecker einsetzen) und eine nur im obersten Teil beschriebene DIN-A4-Seite liegt - auch bei mir schon bald - vor.

Das Ergebnis ist nicht gerade berauschend [*]. Doch, wenn man das bisherige Geschehen zusammenfassen will, so haben wir mit der gewählten Methode einen vielschichtigen Text einzig mit zwei Unix-Standard-Tools und einem laufenden Druckerdämon auf Papier gebracht.


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Michael Hummel 2004-09-07